Nachberichte zur Langen Nacht der Religionen

Noch konnten wir gar nicht alle Fotos sichten (also auch da kommt noch so einiges), aber es gibt bereits einen Filmbeitrag von Heiden-TV, der sehr gelungen ist, Bilder des Tages zeigt und Interviews mit einigen Beteiligten.

Am Donnerstag, dem 24. September um 21.00 Uhr sendet „Witches On Air“ einen Radiobericht. Im Live-Chat dazu werden einige von uns auf facebook dabei sein.

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Für alle, die die Sendung verpaßt haben sollten, ist die Sendung im Archiv nachzuhören!

Inzwischen ist der Abschlussbericht des Aktionsbündnisses „Pagane Wege und Gemeinschaften“ erschienen und kann hier nachgelesen werden.

Zwei großartige Tage

Die Lange Nacht der Religionen 29. August 2015. Wir waren dabei – als bunte Vielfalt von Hexen, Druiden, Schamanen, Wicca und Asatru. Alle gemeinsam. Wir zählten zwischen 200 und 300 Anwesende und viele blieben dabei wenn sie einmal angekommen waren. Auch zum Abschluss zu später Stunde müssen wir um die 50 Leute gewesen sein.

Unser Event ging gefühlt aber heute erst zuende mit einem unglaublich schönen Ritual mit Voenix in Wartenberg.

In den nächsten Tagen wird es noch Abschlussberichte der Presse und Gruppen geben die wir teilen und unsere eigene Abschlusserklärung als Aktionsbündnis für diesen Tag.

Eins steht schon fest – es wird weitere Aktionen und Veranstaltungen geben, kleine und große.

Ich setze hier mal die beiden Chants hinein mit denen wir um 14.30 Uhr begannen und mit denen das Vollmondritual kurz nach 22.00 Uhr endete. Mehr in den nächsten Tagen:

Der Beginn

 

Und der Abschluss

LNdR 29. August 2015 Pagane Wege und Gemeinschaften – Kleine Programmänderungen

Unsere Veranstaltung ist ja eine langfristig geplante. Dennoch kommt es immer wie es kommen muss, kurzfristig sind Änderungen nicht auszuschließen.

Arion ist leider aus beruflichen Gründen verhindert, so dass der Vortrag über Wicca leider entfällt. Er hat uns aber einen sehr schönen Text geschrieben (siehe unten) und einige Wicca werden vor Ort als Ansprechpartner*innen sein.

Christian Kordas fällt verletzungsbedingt aus. Wir wünschen ihm gute Besserung!

Wir haben von ihm aber die Genehmigung bekommen, seinen Aufsatz über Seidr hier zu veröffentlichen, was in den nächsten Tagen der Fall ist.

Voenix übernimmt thematisch diesen Programmteil und ist sowohl mit einem Vortrag als auch praktisch zum Thema „Zeitgemäßer Schamanismus in unserer heutigen Kultur – Widerspruch oder Herausforderung?“ vertreten.

Voenix (Jahrgang 1968), Autor, Künstler und Mythenforscher, gibt uns Einblicke in seinen eigenen Werdegang, der ihn kontinuierlich zum Schamanismus hin führte.
Die eigenen Wurzeln einer heidnischen Vergangenheit wieder auszugraben und sie ebenso nutz- wie heilbringend in seine Arbeit zu integrieren, sieht er als eine seiner Aufgaben an.
Sein Vortrag beantwortet Fragen zum Thema aus erster Hand, die gerne auch vor Ort gestellt werden dürfen.

Wir bitten wegen der Änderungen und damit verbunden kleinen Korrekturen um Verständnis.

Der „Order of Bards, Ovates & Druids“ (OBOD) stellt sich vor

Auch der OBOD ist auf unserer Veranstaltung vertreten. Wie versprochen gibt es nun hierzu auch einen deutschsprachigen Vorstellungstext, übersetzt von Bianca (OBOD):

obodDer „Order of Bards, Ovates & Druids“ ist eine weltweit agierende Gruppe, die sich dem Praktizieren, dem Lehren und der Entwicklung des Druidentums, als einer wertvollen und inspirierenden Spiritualität, widmet.

  • Der Order wurde vor über 50 Jahren in Großbritannien von dem Historiker und Dichter Ross Nichols, der Schriftstellerin und Gründerin der Tolkien Society Vera Chapman und anderen Mitgliedern des „Ancient Druid Orders“gegründet, der sich in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts aus dem Druiden „Revival“ entwickelte, das in etwa vor 300 Jahren begann.
  • Der Orden ist im Wesentlichen eine Mysterienschule und Gemeinschaft und der Begriff „Order“ ist aus der Tradition der Magischen Orden und nicht aus der Tradition der religiösen Orden abgeleitet. Weder der Order noch das Druidentum sind ein Kult. Ein Kult dreht sich immer um eine Persönlichkeit, einen charismatischen Führer oder eine bestimmte Gottheit oder Heiligen. Der Order und das Druidentum haben keine dieser Eigenschaften. (Anmerkung: Obwohl der aktuelle Ordensführer Philip Carr-Gomm durchaus eine sehr charismatische Persönlichkeit ist).
  • Beide Prinzipien, sowohl das Feminine als auch das Maskuline, werden gefeiert und sind in den Lehren des Ordens und den Mitgliedern vertreten. Der Orden ist nicht patriarchalisch oder bevorzugt Männer. In den Führungspositionen sind viele Frauen vertreten und mehr als die Hälfte der Mitglieder sind weiblich.
  • Die Mitgliedschaft im Orden ist offen für Anhänger aller Glaubensrichtungen, ist unabhängig vom Geschlecht, der sexuellen Orientierung und der ethnischen Herkunft. Aktuell gibt es mehr als 17.000 Mitglieder in 50 Ländern.
  • Obwohl viele Mitglieder das Druidentum alleine lernen und praktizieren, gibt es über 130 Gruppen auf der ganzen Welt, die die Möglichkeit bieten, andere Mitglieder zu treffen und gemeinsam zu feiern. Zusätzlich zu den Gruppen, organisiert der Orden Versammlungen, Camps, Konferenzen und Workshops. Auf der Unterseite „Community“ auf der Webseite „Druidry.org“, finden Sie weitere Informationen zu Veranstaltungen.
  • Der Orden bietet eine umfassende Druiden-Ausbildung in sieben Sprachen über seinen Fernstudiengang, der ein persönliches Mentoring-Program, Camps und Versammlungen in vielen Ländern, eine monatliche Zeitschrift und Mitglieder Internetforen umfasst. Darüber hinaus fördert der Orden ein „Sacred Grove“ (Heiliger Hain) Pflanzprogammm eine Kampagne für Ökologische Verantwortung und unterstützt drei „Tree-Planting“ Wohltätigkeitsorganisationen: „Trees for Life“, „Tree Aid“ und „ The Woodland Trust“.
  • Der Orden bietet seinen Mitgliedern auch Schulungen in „Celebrancy“ (Die Kunst, Hochzeiten, Beerdigungen und andere Übergangsriten zu leiten) und Unterrichtsmaterial in Form von Büchern, Audios und Workshops für Menschen, die sich für die Tradition des Druidentums interessieren.

 

Was ist Wicca?

An unserer Veranstaltung am 29. August 2015 nehmen auch Vertreter*innen von Wicca teil.

Arion hat uns einen Text zur Verfügung gestellt, der darüber informiert, was unter „British Traditional Wicca“ zu verstehen ist. Wer sich genauer informieren will kann auf der Veranstaltung mit Wicca sprechen oder sich im Forum „Hexenzirkel“ informieren und nachfragen.

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Der dreifache Mond – ein Symbol der Göttin in ihrer dreifachen Gestalt.

Was ist Wicca? – Von Arion

Ursprünglich war Wicca die Bezeichnung für die Angehörigen einer Hexengemeinschaft, die von Gerald B. Gardner in den 40er/50er Jahren des 20. Jahrhunderts begründet wurde. Heute wird der Begriff Wicca ebenfalls synonym für die Wicca-Tradition mit ihren vielfältigen Strukturen und Liturgien verwendet. Die Mitglieder dieser Tradition verstehen sich alle als Hexen – da es jedoch auch Hexen außerhalb der Wicca-Gemeinschaft gibt, sind nicht alle Hexen gleichzeitig auch Angehörige der Wicca-Gemeinschaft.

Wicca verstehen sich als die Angehörigen einer naturverehrenden Mysterientradition oder eines Mysterienkultes und die einzige Möglichkeit, in die Wicca-Gemeinschaft aufgenommen zu werden, ist die Einweihung in das Mysterium, die Initiation genannt wird. Eines der spirituellen Ziele im Wicca ist die Wiedervereinigung mit den Lebenskräften der Natur und so treffen sich Gruppen von Männern und Frauen bei Vollmond und an bestimmten Feiertagen, um ihre Energie zu wecken und sich mit den Kräften der Natur ins Gleichgewicht zu bringen.

Wicca glauben, dass sich die Götter in der Natur zeigen und aus diesem Grund wird die gesamte Schöpfung als heilig angesehen. Als Ausdruck ihrer naturverbundenen Spiritualität verehren Wicca das Göttliche in seiner männlichen und weiblichen Form, als Gott und als Göttin. Die Göttin ist die Natur selbst und dem animistischen Grundgedanken folgend ist sie daher immanent in jedem Teil der Schöpfung, sei es Mensch, Tier, Pflanze oder auch die unbelebte Natur. Als Göttin des Mondes zeigt sie sich ebenfalls mit ihren drei Gesichtern als Jungfrau, Mutter und weise Alte und sie hat – ebenso wie der Mond – auch ein dunkles Gesicht.

Der Gott ist Ausdruck der Schöpfungskraft – schaffend, erhaltend und zerstörend, ständig im Wandel begriffen, ebenso wie die Natur. Je nach Jahreszeit wird er im Wicca in seinen verschiedenen Formen verehrt: als gehörnter Jäger, Gott des Waldes und der Natur, als strahlender König des Sonne und des Himmels und auch als düsterer Herrscher der Unterwelt und des Todes.

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Die Darstellung der Göttin aus „Die Nebel von Avalon“, 2001

Die Göttin hält alles im Gleichgewicht, Gut und Böse, Tod und Wiedergeburt, das Raubtier und seine Beute. Ohne sie würden Chaos und Zerstörung herrschen. (Filmzitat „Die Nebel von Avalon“).

Die Namen der Götter variieren in den unterschiedlichen Traditionen: Aradia und Cerridwen sind allgemeine Namen für die Göttin, der gehörnte Gott wird mit Cernunnos (der Gehörnte) oder Herne bezeichnet. In einigen Traditionen betrachtet man die Namen der Götter als so heilig, dass sie selbst in den Ritualen nur als „die Herrin“ und „der Herr“ angesprochen werden. Aber wie auch immer Hexen ihre Götter benennen, alle Göttinnen und Götter, auch die anderer Glaubensrichtungen, werden als unterschiedliche Aspekte des universellen göttlichen Geistes verehrt.

Wicca lehrt uns viele Wege, sich mit dem Göttlichen zu verbinden und durch das Eins-Sein mit den Naturkräften in uns und in der umgebenden Welt streben wir nach innerem und äußerem Gleichgewicht mit der Erde und ihren Geschöpfen. Viele Hexen beschäftigen sich ausgiebig mit den Mythen der Vergangenheit, Mysterienspielen, alter Dichtkunst und alten Gesängen. Ein großes ökologisches Bewusstsein und der Schutz unserer Erde ist ein Hauptanliegen in der Wicca-Tradition.

Warum Zusammenarbeit notwendig ist

Dieses Video ist einfach teilenswert und was es uns sagt ist einer der Gründe, warum uns allen hier die Zusammenarbeit wichtig ist. Repektiert Verschiedenheit – aber arbeitet zusammen, damit alle in Würde leben können und unsere Natur bewahrt wird!


„Chevaliers De Sangreal“ von Hans Zimmer (Google Play • iTunes)

„Was wäre, wenn wir die ganze Menschheit auf ein Dorf von 100 Einwohner reduzieren würden, aber auf die Proportionen aller bestehenden Völker achten würden?!

Ein spannendes Gedanken Experiment, das nicht einmal so „theoretisch“ ist. Nein, im Gegenteil eine sehr ernst zu nehmende Sache, ist das!

(Bitte beachte, dass heute, nicht mehr alle Zahlen korrekt sind.)“

Facebook: Das globale Dorf

Aktion „Wir Heiden“

 

Ebenfalls auf unserer Veranstaltung am 29. August zu Gast ist Ydalir und die Aktion „Wir Heiden“.

Das Logo ist schon seit längerer Zeit rechts oben auf dieser website zu sehen. Die Buttons wurden auf einigen der Berliner Heiden-Stammtische verteilt.

Was steckt dahinter?

„Mir begegnen immer wieder Menschen, die sich als Heiden durch ihr Äußeres zeigen. Aber viele Heiden “fremdeln”, haben Angst vor den üblichen Konfrontationen oder sind misstrauisch. Als ich in 2014 an Voenix Event um die Bonifatius-Statue in Fritzlar teilnahm, hat letzerer “Ich war dabei”-Buttons verkauft und daraus entstand der Gedanke, einen Button als Türöffner für Kontaktaufnahmen unter Heiden zu entwerfen, der möglichst preiswert unter die Leute gebracht werden soll.

Das Ergebnis ist, wenn es klappt:

  • Mit dem Button outet man sich.
  • Es bildet sich eine Gemeinschaft ohne Verein, ein WIR.
  • Es kommt zu Kontakten, die vorher vielleicht nicht möglich gewesen wären.“

Schon der Entstehungsprozess war spannend: Welches gemeinsame Symbol stellen wir als Heiden in den Mittelpunkt? Welche Symbole werden sonst zu sehen sein, wie sind sie angeordnet?

Was hinter den einzelnen Symbolen steckt, die brigens auch nicht den Anspruch haben, die unglaubliche Vielfalt der Richtungen komplett abzubilden, ist auf einem Flyer dargestellt.

Flyer der Aktion „Wir Heiden“ über die Symbole

Buttons und Flyer gibt es dann auf unserer Veranstaltung und die Möglichkeit mit Ydalir ins Gespräch zu kommen.

Website der Aktion „Wir Heiden“

„Kessel On Tour“ bei „Paganen Wegen und Gemeinschaften“

HB007_Kesseltour_1Am 29. August haben wir auf unserer Veranstaltung auch Besuch aus Österreich.

James Vermont plant ein neues Magazin namens „Der Kessel“ für Naturverehrung, Vielgötterei, Magie und Hexenkunst. Deshalb besucht er zahlreiche Vereine, Gruppen uns Stammtische im deutschsprachigen Raum. Dabei entstanden und entstehen auch Interviews, die als podcast zur Verfügung stehen.

Er wird sein Projekt kurz vorstellen und hofft mit vielen Mitwirkenden und Gästen ins Gespräch zu kommen.

Wir freuen uns auf das Treffen und auf ein neues spannendes Magazin.

Hörbarium – über Wesenheiten und Weltsichten: „Der Kessel“ On Tour

 

 

Ár nDraíocht Féin (ADF): Eine druidische Gemeinschaft stellt sich vor

Ein weitere religiöse Organisation, die an unserem Programm „Pagane Wege und Gemeinschaften“ zur Langen Nacht der Religionen Berlin 2015 mitwirkt ist

adfÁr nDraíocht Féin (ADF): Eine druidische Gemeinschaft

Wurde 1983 gegründet und ist seit 1990 eine eingetragene gemeinnützige, internationale Religionsgemeinschaft mit mehr als 1500 Mitgliedern. Unsere Tradition umfasst alle indogermanischen Religionen und geht den Mittelweg zwischen der möglichst genauen Rekonstruktion alter heidnischer Religionen und dem neuheidnischen Revival des 20. Jahrhunderts.

Unser Ziel ist es die Götter und Geister zeitgemäß zu verehren:

  • Durch öffentliche Riten
  • Leicht zugängliche und kostengünstige religiöse Ausbildung
  • Eine spirituelle Beziehung mit der Erde
  • Eine blühende pagane Kultur in der Familie und Gemeinschaft

In unseren Festen und Zeremonien verehren wir die Göttinnen und Götter, Naturgeister und Ahnen.

Wir feiern meist in der Natur. Eine große Rolle spielen bei uns Himmel, Land und Meer, sowie die Unterwelt, Oberwelt und Mittlere Welt. Einen besonderen Platz erhält Mutter Erde.

Zusätzlich werden in den Hainen auch soziales Engagement und Naturschutz gefördert.

Die Mitgliedschaft ist offen für alle aufrichtigen Menschen, unabhängig ihrer Herkunft. Mitgliedschaft in mehreren Gemeinschaften ist erlaubt. Wir verstehen uns vornehmlich als Kultusgemeinschaft, das bedeutet, dass die gemeinsame Praxis, die gemeinsame Liturgie, im Vordergrund steht und weniger ein geteilter Glaube. Daher finden sich in unseren Reihen eine Vielzahl unterschiedlicher Weltanschauung und Konzepte.

Ein Vorstand, „Mutterhain“ genannt, lenkt unsere Organisation. Wahlen finden regelmäßig statt. Unsere lokalen Haine sind semi-autonom, die jeweils ihre eigenen Traditionen, Bräuche und Formen unserer Riten leben. Diverse Untergruppen kümmern sich um die Ausbildung von Kunstfertigkeiten (Gilden), Vertiefung von Kulturpfaden (Sippen), initiatorische Arbeit (Orden), sowie den Austausch unterschiedlicher gemeinsamer Interessen.

In Deutschland existieren zur Zeit zwei Protohaine: Adrana Hain (Nordhessen) und Clan der grünen Mutter (Sachsen), die regelmäßig offene Jahreskreisfeste anbieten.

Viel Kommunikation findet aktuell noch auf Englisch statt, wobei bereits ehrenamtliche Bemühungen stattfinden, die Materialien zu übersetzen und eine eigene deutschsprachige Mailingliste vorhanden ist.

Die Website von Ár nDraíocht Féin findet ihr unter http://www.adf.org
Informationen auf Deutsch findet ihr unter http://www.sternenkreis.de/index.php/druidentum/ar-ndraiocht-fein-adf/deutsch

Und ein schönes Video dazu:

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