„Ringhorn 83“ des „Vereins für germanisches Heidentum e.V.“ erschienen

ringhorn83Ringhorn 83 erschienen!

Ringhorn heißt die Zeitschrift des VfGH, die im Regelfall 4 mal jährlich erscheint. Hier finden sich Artikel, Reportagen und Kommentare zu Themen rund um das germanische Heidentum: über Historisches, Aktuelles, Handwerk, Kunst, Literatur und vieles mehr.

Ringhorn kann man auch lesen, ohne gleich in den VfGH eintreten zu müssen:
Abonnement zum Preis von 16.- € für 4 Ausgaben (im Normalfall ein Jahr) an (inkl. Versandkosten). Außerhalb der BRD müssen  wegen der höheren Versandkosten leider 20.- € für das Abo berechnet werden.

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Die „Heidnische Gemeinschaft e.V.“ stellt sich vor

hgUnser Weltbild ist zyklisch. Tage, Jahre und auch Leben verlaufen in Kreisen. Die Natur verändert sich im Laufe eines Jahres, im Winter zieht sie ihre Fruchtbarkeit zurück und wird karg, nur um im Frühjahr umso verschwenderischer auszutreiben und neu zu erblühen. Wir versuchen ebenso, unser Leben und unsere Aktivitäten diesem Kreislauf anzupassen und die jeweils wirkenden Kräfte der Götter zu erkennen und aufzunehmen. In der Edda sind die entsprechenden Mythen des Jahreskreises enthalten. Wir rufen die Gottheiten, aber auch die Disen, Naturgeister und die Ahnen an und verehren sie, opfern ihnen Blumen, Früchte oder Speisen und bitten sie um Hilfe und Beistand in unseren Angelegenheiten. Durch die Runen erhalten wir auch Antworten auf unsere Fragen. Die Jahre reihen sich aneinander zu einem Leben, und der Mensch durchläuft in diesem Leben verschiedene Phasen der Reifung. Wir bieten für diese Übergänge in neue Lebensphasen rituelle Begleitung, beginnend mit der heidnischen Wasserweihe zur Geburt eines Kindes über Initiationsriten anlässlich der Aufnahme in die Erwachsenenwelt, später die Ausrichtung einer Hochzeitsfeier bis schließlich zum Bestattungsfest, bei dem sich der Kreis schließt und ein neuer begonnen wird. Die Feste können durch Priester unserer Gemeinschaft abgehalten werden, natürlich kann auch jeder Heide oder jede Heidin sie selbst durchführen und sich hierfür Rat bei uns holen. Die Feste finden im Freien statt, an Plätzen, die aufgrund ihrer Lage, unserer Empfindung und der Überlieferung als besonders kraftvoll gelten dürfen.

Viele Menschen unserer Zeit sind geistig-kulturell entwurzelt. Sie fühlen sich unsicher und wie ein Blatt im Wind, wissen nicht mehr, woher sie kommen und wohin sie ihr Weg führen soll. Sie kennen ihren Platz im Leben nicht, und ihr Dasein kommt ihnen, wenn nicht oberflächliche Aktivitäten und Konsum die Aufmerksamkeit binden, oft leer vor. Diese Entwurzelung führt häufig zu Unsicherheit und zur Angst vor allem Fremden oder, wenn diese Angst auf ein Ziel gerichtet wird, zu einem grundsätzlichen Misstrauen gegenüber Angehörigen anderer Kulturen und der übermäßigen Sorge, dass die eigene Kultur überfremdet wird. Und aus Angst erwächst ja leider oft Intoleranz und Aggression. Wer seine eigenen Wurzeln kennt und seine eigene Kultur pflegt, schöpft daraus die Kraft und das Selbstbewusstsein, auch andere Lebensweisen verstehen und anerkennen zu können und Vielfalt als eine Bereicherung des Alltags und nicht als eine Gefahr zu erleben. Aus diesem Grunde wird in der Heidnischen Gemeinschaft die Überlieferung gepflegt und gelehrt. Wenn der einzelne alte Kulturgüter kennen und den Reichtum seiner Kultur schätzen lernt, wird er in ihr den notwendigen Halt finden, und Toleranz kann entstehen. Der Mensch wird außerdem zu schöpferischer Tätigkeit angespornt und findet in ihr Freude und Bereicherung.

Die Heidnische Gemeinschaft fühlt sich der demokratischen Tradition verpflichtet. Bei unseren heidnischen Vorfahren gab es Thinge, Volksversammlungen, vom großen Stammesthing über kleinere Thingbereiche bis zum Dorfthing, das über die dörflichen Angelegenheiten beriet. Dort wurden Gesetze beraten und abgestimmt. Wo man an viele Götter glaubt, die sich auch untereinander abstimmen müssen, fällt es leicht, entsprechende demokratische Strukturen aufzubauen. Als Beispiele aus der Geschichte sind das heidnische Griechenland zu nennen, das zum Ursprung der Demokratie wurde und Islands Allthing, das aus der heidnischen Volksversammlung entstand und als das älteste Parlament der Welt gilt. Die Heidnische Gemeinschaft unterstützt die Forderung nach mehr Demokratie in allen Bereichen und distanziert sich von totalitären Obrigkeitssystemen. Jeder soll an allen Entscheidungen mitbeteiligt sein. Die Freiheit des Einzelnen ist ein hohes Gut und hört erst da auf, wo die Freiheit anderer eingeschränkt werden soll.

Auszug aus unserem Infoheft, das bei uns kostenlos zu erhalten ist.

Heidnische Gemeinschaft e.V.
Postfach 370 451
14134 Berlin

E-Mail: kontakt@heidnische-gemeinschaft.de
Internet: www.heidnische-gemeinschaft.de

Das Infoheft ist auch auf unserer Seite als PDF -Datei (siehe Link) erhältlich. http://www.heidnische-gemeinschaft.de/ueber-uns.html

Religionsfreiheit und interreligiöser Dialog

Pope_Francis_South_Korea_2014„Verschiedene Formen moderner Tyrannei versuchen in unserer Welt, die Religionsfreiheit zu unterdrücken oder auf eine Subkultur ohne Mitsprache- und Stimmrecht in der Öffentlichkeit herabzusetzen oder die Religion als Vorwand für Hass und Brutalität zu gebrauchen. Deshalb ist es notwendig, dass die Anhänger der verschiedenen Religionen ihre Stimmen vereinen, um Frieden, Toleranz und Achtung für die Würde und die Rechte der anderen zu fordern.“

Papst Franziskus bei seiner Rede in Philadelphia, USA, am 27. September 2015

Bericht von Domradio

 

Dem kann man nur zustimmen und weiterhin im Dialog miteinander sein.

Nachberichte zur Langen Nacht der Religionen

Noch konnten wir gar nicht alle Fotos sichten (also auch da kommt noch so einiges), aber es gibt bereits einen Filmbeitrag von Heiden-TV, der sehr gelungen ist, Bilder des Tages zeigt und Interviews mit einigen Beteiligten.

Am Donnerstag, dem 24. September um 21.00 Uhr sendet „Witches On Air“ einen Radiobericht. Im Live-Chat dazu werden einige von uns auf facebook dabei sein.

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Für alle, die die Sendung verpaßt haben sollten, ist die Sendung im Archiv nachzuhören!

Inzwischen ist der Abschlussbericht des Aktionsbündnisses „Pagane Wege und Gemeinschaften“ erschienen und kann hier nachgelesen werden.

Zwei großartige Tage

Die Lange Nacht der Religionen 29. August 2015. Wir waren dabei – als bunte Vielfalt von Hexen, Druiden, Schamanen, Wicca und Asatru. Alle gemeinsam. Wir zählten zwischen 200 und 300 Anwesende und viele blieben dabei wenn sie einmal angekommen waren. Auch zum Abschluss zu später Stunde müssen wir um die 50 Leute gewesen sein.

Unser Event ging gefühlt aber heute erst zuende mit einem unglaublich schönen Ritual mit Voenix in Wartenberg.

In den nächsten Tagen wird es noch Abschlussberichte der Presse und Gruppen geben die wir teilen und unsere eigene Abschlusserklärung als Aktionsbündnis für diesen Tag.

Eins steht schon fest – es wird weitere Aktionen und Veranstaltungen geben, kleine und große.

Ich setze hier mal die beiden Chants hinein mit denen wir um 14.30 Uhr begannen und mit denen das Vollmondritual kurz nach 22.00 Uhr endete. Mehr in den nächsten Tagen:

Der Beginn

 

Und der Abschluss

LNdR 29. August 2015 Pagane Wege und Gemeinschaften – Kleine Programmänderungen

Unsere Veranstaltung ist ja eine langfristig geplante. Dennoch kommt es immer wie es kommen muss, kurzfristig sind Änderungen nicht auszuschließen.

Arion ist leider aus beruflichen Gründen verhindert, so dass der Vortrag über Wicca leider entfällt. Er hat uns aber einen sehr schönen Text geschrieben (siehe unten) und einige Wicca werden vor Ort als Ansprechpartner*innen sein.

Christian Kordas fällt verletzungsbedingt aus. Wir wünschen ihm gute Besserung!

Wir haben von ihm aber die Genehmigung bekommen, seinen Aufsatz über Seidr hier zu veröffentlichen, was in den nächsten Tagen der Fall ist.

Voenix übernimmt thematisch diesen Programmteil und ist sowohl mit einem Vortrag als auch praktisch zum Thema „Zeitgemäßer Schamanismus in unserer heutigen Kultur – Widerspruch oder Herausforderung?“ vertreten.

Voenix (Jahrgang 1968), Autor, Künstler und Mythenforscher, gibt uns Einblicke in seinen eigenen Werdegang, der ihn kontinuierlich zum Schamanismus hin führte.
Die eigenen Wurzeln einer heidnischen Vergangenheit wieder auszugraben und sie ebenso nutz- wie heilbringend in seine Arbeit zu integrieren, sieht er als eine seiner Aufgaben an.
Sein Vortrag beantwortet Fragen zum Thema aus erster Hand, die gerne auch vor Ort gestellt werden dürfen.

Wir bitten wegen der Änderungen und damit verbunden kleinen Korrekturen um Verständnis.

Der „Order of Bards, Ovates & Druids“ (OBOD) stellt sich vor

Auch der OBOD ist auf unserer Veranstaltung vertreten. Wie versprochen gibt es nun hierzu auch einen deutschsprachigen Vorstellungstext, übersetzt von Bianca (OBOD):

obodDer „Order of Bards, Ovates & Druids“ ist eine weltweit agierende Gruppe, die sich dem Praktizieren, dem Lehren und der Entwicklung des Druidentums, als einer wertvollen und inspirierenden Spiritualität, widmet.

  • Der Order wurde vor über 50 Jahren in Großbritannien von dem Historiker und Dichter Ross Nichols, der Schriftstellerin und Gründerin der Tolkien Society Vera Chapman und anderen Mitgliedern des „Ancient Druid Orders“gegründet, der sich in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts aus dem Druiden „Revival“ entwickelte, das in etwa vor 300 Jahren begann.
  • Der Orden ist im Wesentlichen eine Mysterienschule und Gemeinschaft und der Begriff „Order“ ist aus der Tradition der Magischen Orden und nicht aus der Tradition der religiösen Orden abgeleitet. Weder der Order noch das Druidentum sind ein Kult. Ein Kult dreht sich immer um eine Persönlichkeit, einen charismatischen Führer oder eine bestimmte Gottheit oder Heiligen. Der Order und das Druidentum haben keine dieser Eigenschaften. (Anmerkung: Obwohl der aktuelle Ordensführer Philip Carr-Gomm durchaus eine sehr charismatische Persönlichkeit ist).
  • Beide Prinzipien, sowohl das Feminine als auch das Maskuline, werden gefeiert und sind in den Lehren des Ordens und den Mitgliedern vertreten. Der Orden ist nicht patriarchalisch oder bevorzugt Männer. In den Führungspositionen sind viele Frauen vertreten und mehr als die Hälfte der Mitglieder sind weiblich.
  • Die Mitgliedschaft im Orden ist offen für Anhänger aller Glaubensrichtungen, ist unabhängig vom Geschlecht, der sexuellen Orientierung und der ethnischen Herkunft. Aktuell gibt es mehr als 17.000 Mitglieder in 50 Ländern.
  • Obwohl viele Mitglieder das Druidentum alleine lernen und praktizieren, gibt es über 130 Gruppen auf der ganzen Welt, die die Möglichkeit bieten, andere Mitglieder zu treffen und gemeinsam zu feiern. Zusätzlich zu den Gruppen, organisiert der Orden Versammlungen, Camps, Konferenzen und Workshops. Auf der Unterseite „Community“ auf der Webseite „Druidry.org“, finden Sie weitere Informationen zu Veranstaltungen.
  • Der Orden bietet eine umfassende Druiden-Ausbildung in sieben Sprachen über seinen Fernstudiengang, der ein persönliches Mentoring-Program, Camps und Versammlungen in vielen Ländern, eine monatliche Zeitschrift und Mitglieder Internetforen umfasst. Darüber hinaus fördert der Orden ein „Sacred Grove“ (Heiliger Hain) Pflanzprogammm eine Kampagne für Ökologische Verantwortung und unterstützt drei „Tree-Planting“ Wohltätigkeitsorganisationen: „Trees for Life“, „Tree Aid“ und „ The Woodland Trust“.
  • Der Orden bietet seinen Mitgliedern auch Schulungen in „Celebrancy“ (Die Kunst, Hochzeiten, Beerdigungen und andere Übergangsriten zu leiten) und Unterrichtsmaterial in Form von Büchern, Audios und Workshops für Menschen, die sich für die Tradition des Druidentums interessieren.

 

Was ist Wicca?

An unserer Veranstaltung am 29. August 2015 nehmen auch Vertreter*innen von Wicca teil.

Arion hat uns einen Text zur Verfügung gestellt, der darüber informiert, was unter „British Traditional Wicca“ zu verstehen ist. Wer sich genauer informieren will kann auf der Veranstaltung mit Wicca sprechen oder sich im Forum „Hexenzirkel“ informieren und nachfragen.

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Der dreifache Mond – ein Symbol der Göttin in ihrer dreifachen Gestalt.

Was ist Wicca? – Von Arion

Ursprünglich war Wicca die Bezeichnung für die Angehörigen einer Hexengemeinschaft, die von Gerald B. Gardner in den 40er/50er Jahren des 20. Jahrhunderts begründet wurde. Heute wird der Begriff Wicca ebenfalls synonym für die Wicca-Tradition mit ihren vielfältigen Strukturen und Liturgien verwendet. Die Mitglieder dieser Tradition verstehen sich alle als Hexen – da es jedoch auch Hexen außerhalb der Wicca-Gemeinschaft gibt, sind nicht alle Hexen gleichzeitig auch Angehörige der Wicca-Gemeinschaft.

Wicca verstehen sich als die Angehörigen einer naturverehrenden Mysterientradition oder eines Mysterienkultes und die einzige Möglichkeit, in die Wicca-Gemeinschaft aufgenommen zu werden, ist die Einweihung in das Mysterium, die Initiation genannt wird. Eines der spirituellen Ziele im Wicca ist die Wiedervereinigung mit den Lebenskräften der Natur und so treffen sich Gruppen von Männern und Frauen bei Vollmond und an bestimmten Feiertagen, um ihre Energie zu wecken und sich mit den Kräften der Natur ins Gleichgewicht zu bringen.

Wicca glauben, dass sich die Götter in der Natur zeigen und aus diesem Grund wird die gesamte Schöpfung als heilig angesehen. Als Ausdruck ihrer naturverbundenen Spiritualität verehren Wicca das Göttliche in seiner männlichen und weiblichen Form, als Gott und als Göttin. Die Göttin ist die Natur selbst und dem animistischen Grundgedanken folgend ist sie daher immanent in jedem Teil der Schöpfung, sei es Mensch, Tier, Pflanze oder auch die unbelebte Natur. Als Göttin des Mondes zeigt sie sich ebenfalls mit ihren drei Gesichtern als Jungfrau, Mutter und weise Alte und sie hat – ebenso wie der Mond – auch ein dunkles Gesicht.

Der Gott ist Ausdruck der Schöpfungskraft – schaffend, erhaltend und zerstörend, ständig im Wandel begriffen, ebenso wie die Natur. Je nach Jahreszeit wird er im Wicca in seinen verschiedenen Formen verehrt: als gehörnter Jäger, Gott des Waldes und der Natur, als strahlender König des Sonne und des Himmels und auch als düsterer Herrscher der Unterwelt und des Todes.

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Die Darstellung der Göttin aus „Die Nebel von Avalon“, 2001

Die Göttin hält alles im Gleichgewicht, Gut und Böse, Tod und Wiedergeburt, das Raubtier und seine Beute. Ohne sie würden Chaos und Zerstörung herrschen. (Filmzitat „Die Nebel von Avalon“).

Die Namen der Götter variieren in den unterschiedlichen Traditionen: Aradia und Cerridwen sind allgemeine Namen für die Göttin, der gehörnte Gott wird mit Cernunnos (der Gehörnte) oder Herne bezeichnet. In einigen Traditionen betrachtet man die Namen der Götter als so heilig, dass sie selbst in den Ritualen nur als „die Herrin“ und „der Herr“ angesprochen werden. Aber wie auch immer Hexen ihre Götter benennen, alle Göttinnen und Götter, auch die anderer Glaubensrichtungen, werden als unterschiedliche Aspekte des universellen göttlichen Geistes verehrt.

Wicca lehrt uns viele Wege, sich mit dem Göttlichen zu verbinden und durch das Eins-Sein mit den Naturkräften in uns und in der umgebenden Welt streben wir nach innerem und äußerem Gleichgewicht mit der Erde und ihren Geschöpfen. Viele Hexen beschäftigen sich ausgiebig mit den Mythen der Vergangenheit, Mysterienspielen, alter Dichtkunst und alten Gesängen. Ein großes ökologisches Bewusstsein und der Schutz unserer Erde ist ein Hauptanliegen in der Wicca-Tradition.

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