Bericht von der PFI Konferenz 23. & 24. September in Berlin

Bericht von Bianca Wertheimer, PFI Vorstand, OBOD Ovatin

Monatelange Vorbereitungen, etliche Skype Meetings, Deko-Shopping Trips und kilometerlanger Mailverkehr machten sich bezahlbar:

Vom 23.-24.09.2017 fand im Wartenberger Hof erstmals die Pagan Federation Konferenz in Berlin statt und hatte einiges zu bieten! 10 Vorträge, 3 Workshops, 5 Rituale, 2 Bands, 1 Tanzshow, 2 Lesungen, Infostände, Verkaufstische und ein Feuerwerk – über zu wenig Programm konnte sich definitiv niemand beschweren.

Im Vordergrund der Konferenz standen die Themen Ethik und Celebrancy bzw. Seelsorge.

Vertreter verschiedener paganer Gruppen und Wege wie beispielsweise die Priesterin und OBOD Ovatin Bee Helygen die für Ihren Vortrag aus England, „ADF“ Reverend Ellie Lazzaro aus Frankreich und Ina Cüsters van Bergen vom „Hermetic Temple of Starlight“ aus den Niederlanden angereist waren, berichteten über Ihre Erfahrungen, Ausbildungswege und Umgang mit Herausforderungen wie z.B. psychische Probleme oder Sterbebegleitung.

Selbstverständlich kam auch der Spaß nicht zu kurz.

Die Konferenz wurde am Samstag vormittag mit einem Konzert der Band „Paganland“ aus dem Iran eröffnet, die mit Ihren magisch-mystischen Klängen auch das anschließende Eröffnungsritual einleiteten und beendeten.

Am Abend wurde den Zuschauern in der Göttinnen-Tanzshow von Inara zum Thema „Equinox“ eingeheizt – und das im wahrsten Sinnes des Wortes: „Firebird“ und Hüftschwung, wechselnde Kostüme, Isiswings und Rabenmaske- eine unglaubliche Darbietung!

„Peti Songcatcher & Friends“ spielten im Anschluss an die Show ein 90 minütiges Konzert und besangen in zahlreichen Liedern aus Witchcamps und co. die große Göttin, die Elemente und die Gemeinschaft.

Beendet wurde der Abend mit einem großen Feuerwerk im Innenhof.

Kreativ wurde in den Workshops gearbeitet.

Im Henna Workshop mit Linda Mey erhielten die Teilnehmer Einblicke in die rituelle Bemalung und konnten bereits nach kurzem Üben am Papier ihre eigenen Kreationen auf die Haut bringen. Im Goddess Spirit Doll Workshop, den ich gab, wurden zu entspannter Meditationsmusik Göttinnen Puppen genäht und mit Kräutern, Steinen und persönlichen Wünschen gefüllt. Nach all der entspannten kreativen Arbeit bot der Workshop zum Thema „Kreistänze“ eine wunderbare Ergänzung mit ein wenig mehr Bewegung.

Selbstverständlich wurde auch magisch gewirkt und den Göttern gehuldigt.

Das Eröffnungsritual, dass von der Bärenwald Seedgroup (OBOD) geplant und durchgeführt wurde, lud auch z.B. Vertreter der Reclaiming Gemeinde, freien Hexen, Ordensmagier und Asatru Gruppen dazu ein, aktiv einen Part in der Zeremonie zu übernehmen. Gemeinsam wurden die Elemente, Götter, Geister und Ahnen eingeladen und um den Segen, Führung und Inspiration für die kommenden Tage gebeten.

Über das ganze Wochenende hinweg wurde weitere Zeremonien und Rituale abgehalten – zwei Blots, ein Ritual der Reclaiming Gruppe und ein schamanisches Kurzritual luden zum mit machen, gemeinsamen Erfahren und natürlich auch zum gemeinschaftlichen Singen ein.

Fazit: Für mich war es eine wunderbare Erfahrung zu sehen, wie die paganen Gruppen immer weiter zusammen rücken, sich gegenseitig inspirieren und unterstützen! Das war den Aufwand der Planungen definitiv wert!

Religionspolitische Anhörung unter Beteiligung der Pagan Federation (PFI e.V.)

Noch werden pagane / heidnische Vereine und Organisationen selten bis gar nicht in die religionspolitischen Überlegungen von Parteien einbezogen.

DSC_0353Bei Bündnis 90 / Die Grünen bewegt sich derzeit jedoch viel im Feld Religionspolitik. Zwei Jahre beriet eine vom Bundesvorstand einberufene Kommission über die Notwendigkeit von Reformen und die Leitlinien künftiger Arbeit.

Das Ergebnis orientiert auf die Gestaltung einer auch im Feld Religion pluralistischen Gesellschaft.

Der Abschlussbericht

Erfreulich war dass zu einer Anhörung am 2. Juli 2016 Vertreter*innen der Pagan Federation International Deutschland e.V. eingeladen wurden, die mit über 20 anderen Religionsgemeinschaften, darunter u.a. der EKD, der katholischen Kirche, verschiedenen muslimischen Gruppen, Aleviten, Buddhisten, Bahai, Sikh, Freikirchen diskutierten und Stellung bezogen.

Für die Vertreter*innen der PFI e.V. stand dabei der vom Kommissionsbericht auch so eingeschätzte dringende Reformbedarf des Kirchlichen Arbeitsrechts (Wahrung der Religionsfreiheit von paganen / heidnischen Mitarbeiter*innen), Feiertagsregelungen (Recht auf Urlaub, Abschaffung von Tanzverboten), Friedhofsordnungen (Zulassung heidnischer Symbole) und die (öffentliche) Anerkennung ihrer Religionsgemeinschaften im Mittelpunkt.

Ein Bericht aus Sicht des Humanistischen Verbandes

Offenes Ostara Ritual am 27.03. – Bärenwald – Seedgroup lädt ein

Die Bärenwald Seedgroup lädt zur Ostara Feier in die Phoebes Hexenstube in Berlin Spandau ein.

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Frigg als Ostara Wilhelm Wägner 1882

 

Am Sonntag, den 27.03.2016 findet ab 13 Uhr in der Phoebes Hexenstube (bzw auf dem Hinterhof) in der Falkenhagener Str. 53, Ecke Flankenschanze 1, 13585 Berlin ein privates, aber für alle Interessierten offenes Ostara Frühlingsfest für Jung und Alt statt.

13:00 Uhr Ritualschiffe bemalen für Groß und Klein
15:00 Uhr Vortrag „Ostara, die Göttin und unsere Bräuche“
18:00 Uhr Ostara-Ritual

Nähere Informationen auf der Website von Bärenwald

 

 

 

 

Der Zirkel „Wardarad“ stellt sich vor

Eine weitere Gruppe, die an der Veranstaltung der Paganen Wege und Gemeinschaften teilnimmt und diese mit organisiert ist der Hexen- und Magiezirkel „Wardarad“, der sich hiermit vorstellt:

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wardaradWir verstehen uns als freier, eklektisch arbeitender Zirkel von Hexen und Magierinnen und Magiern. Wir lernen gemeinsam und voneinander und wollen uns gegenseitig in der spirituellen und magischen Entwicklung unterstützen.

In unserem Zirkel sind alle Mitglieder gleichberechtigt. Wir kennen weder Ränge noch Grade, egal welche Ränge oder Grade unsere Mitglieder in anderen Zusammenhängen bekleiden. Wir sind basisdemokratisch und konsensual organisiert. Aufgaben werden innerhalb des Zirkels verteilt, bedeuten jedoch nie dass einer oder eine von uns die Gruppe leitet.

Wir arbeiten mit Elementen verschiedener Traditionen und Richtungen und respektieren jedes Pantheon, mit dem eine/r von uns arbeiten möchte.

Unsere Rituale werden gemeinsam vorbereitet und erschaffen. Daran sind nach Möglichkeit alle beteiligt genauso wie an der Gestaltung und am Ablauf. Elemente aus unseren mitgebrachten Traditionen und aus erworbenem Wissen werden dabei zu einem gemeinschaftlichen Ritual verwoben, das für alle von Wirksamkeit ist und die Göttinnen und Götter, die Ahnen und die Geistwesen einbezieht, ehrt und uns stärkt.

Wie man an der von uns gewählten Symbolik und den Inhalten sehen kann fühlen wir uns sowohl nordisch-germanischen als auch keltischen Wurzeln verbunden. Uns ist eher an den Gemeinsamkeiten als den Unterschieden gelegen.

Der Inhalt unserer Rituale ist neben persönlichen Anliegen das Feiern des Jahreskreises und damit das kontinuierliche Eingestimmtsein auf den zyklischen Ablauf der Natur und des Lebens. Alle Arten von Veränderungen im Leben, das Auf und Ab von Energien kann durch Rituale begleitet werden: Familiäre Ereignisse, Beginn und Ende von Arbeitszusammenhängen, Reinigung und Weihe von magischen Werkzeugen wie Runensets, Stäben und Amuletten. Dabei war zum Beispiel die erste Hochzeit innerhalb unseres Zirkels gerade ein besonderer Höhepunkt.

Wir erachten die Natur um uns und in uns als miteinander verbunden und heilig. Aus diesem Grundsatz leiten wir unser Handeln ab, sowohl im Alltag als auch in der Magie.

Für uns bedeutet es:

  • Ehre die Natur. Ehre die Göttinnen und Götter. Ehre die Geistwesen.
  • Lerne deine Wurzeln und Ursprünge verstehen.
  • Verbinde dich mit deinen Ahnen. Ehre sie.
  • Studiere altes und neues Wissen, seien es fast vergessene Schätze wie Kräuterwissen, Runenwissen, Kabbala oder moderne Erkenntnisse der Naturwissenschaft, Philosophie oder Psychologie.
  • Tu was du kannst um ein besseres gemeinsames Leben zu ermöglichen, für dich, für andere, für alle Wesen.
  • Lerne deine eigenen Grenzen zu respektieren. Erweitere sie und wachse. Respektiere die anderer im Kreis und hilf ihnen zu wachsen.
  • Lebe mit offenem Geist und halte nie eine Hypothese für den letzten Schluss der Weisheit.

Wir gehen alle „bürgerlichen“ Berufen nach. Dennoch ist für uns die magische Arbeit kein Hobby, sondern wir verstehen unsere Überzeugungen als anderen Religionen und Weltanschauungen gleichrangig. Der Begriff Hexe ist für uns kein Schimpfwort und auch Magierinnen und Magier und Druiden entstammen nicht irgendeinem Fantasy-Universum.

Unsere Mitglieder sind teilweise auch in anderen Vereinen und Gruppen aktiv, wir haben Mitglieder der Pagan Federation Deutschland e.V. und des OBOD (Order of Bards, Ovates and Druids) in unseren Reihen.

Wir wollen uns mit anderen heidnischen und paganen sowie interreligiösen Projekten vernetzen. Wir halten die Zeit für gekommen, dass sich die große, unglaublich vielfältige Gemeinschaft der Heiden aufeinander einlässt und zu gemeinsamen Schritten findet ohne dass jemand sich gezwungen fühlt, eigene tiefe Überzeugungen aufzugeben. Das ist in der gesamten Gesellschaft mit ihren diversen Religionen und Weltanschauungen notwendig, damit nicht Gewalt, Tod und Vernichtung unsere Zukunft bestimmen, sondern ein Leben aller Wesen auf unserer Erde miteinander möglich ist.

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Glastonbury Tor Foto (c) Wardarad Zirkel

Der Name „Wardarad“ setzt sich aus „Ward(a)“ (protogermanisch) zusammen, der einen Turm auf einem Hügel bezeichnet. Dieser Turm wird errichtet, wenn man diesen zuvor noch unbekannten Ort erreicht hat. In ihm findet man Schutz und kann das was man erkannt hat überblicken. Man wagt einen Blick weit hinaus auf alles was in noch unbekannter Ferne liegt. Von dort aus kann man wieder aufbrechen, aber nicht ohne das Gefühl, ein geschütztes Heim „im Rücken“ zu haben. „Rad“ (protogermanisch) steht für den Kreis. Der Kreis ist ein magischer Schutz, der zum Beispiel in Ritualen heiligen Raum, unseren Tempel erschafft.

Zugleich ist der Kreis das Bild für unser Verhältnis im Zirkel untereinander: Es gibt für uns keine allein leitenden hervorgehobenen Personen innerhalb des Kreises, die Energie ist durch den Kreis stets in Bewegung.
Ein drittes Symbol ist damit verbunden: Wir feiern gemeinsam den „Jahreskreis“ aus den vier Sonnenfesten und den dazwischen liegenden Festen, die sich in besonderer Weise mit dem Lauf von Potential, Wachstum, Reife und Tod als Zyklus der Natur und des Lebens.

Ein Name aus dem Protogermanischen wurde gewählt, da diese Sprache den gemeinsamen Ursprung für das Deutsche, Niederländische, skandinavische Sprachen und auch das Englische darstellt.

Ebenso sind die Runen eines der ältesten Schriftsysteme der Erde, das zudem von tiefer magischer Bedeutung ist und bildet den Rahmen um unser Sonnenrad und Jahreskreissymbol so wie das Wissen stets der Rahmen für das Feiern miteinander und die Ehrung der Göttinnen und Götter ist.

Unsere Website: www.wardarad.de

Der Blótring – freie Heidengemeinschaft (Asatrù) stellt sich vor

Eine weitere Gruppe, die an der Veranstaltung „Pagane Wege und Gemeinschaften“ mitwirkt ist die Asatrù-Gemeinschaft „Blótring“. Die Gruppe stellt sich mit ihrer Beschreibung vor – wir freuen uns dass sie dabei sind:

yggdrasil
Depiction of the World-tree Ygdrasil for an illustration project around Scandinavian mythology. Collage in Photoshop by Rune Brimer (c) Creative Commons

Liebe interessierte Leser,
im Folgenden eine kleine Beschreibung des ‚Blótring – freie Heidengemeinschaft‘ (Asatrù).

Wir sind eine kleine, basisdemokratisch organisierte Gruppe von freien, d.h. nicht vereinsgebundenen HeidInen, die in steter Regelmäßigkeit den Jahreskreis gemeinsam feiern. Dies tun wir vornehmlich in der freien Natur, wo uns deren Verehrung am besten gelingen möchte. Wir gehen davon aus, dass die Natur beseelt ist, uns also als Ausdruck göttlicher bzw. andersweltlicher Wesenheiten erscheint. Sie umgibt und umfließt uns, ob nun auf den Kultfesten oder im Alltag.

Wie im wahren Leben unter uns Menschen gilt auch für unsere Beziehung zu den Andersweltlichen, dass kleine Geschenke die Freundschaft erhalten. So bringen wir also unsere Verehrung für die uns nahestehenden Götter und Wesenheiten durch kleine Opfergaben zum Ausdruck. Dies können Pflanzen- Speisen-, Trank- oder, Rauchopfergaben sein. Und frei nach dem Motto ‚Gabe verlangt Gegengabe‘ halten wir dann auch im Gegenzug unsere Opferbitten ab. Dabei bitten wir darum, dass wir an den Kräften der jeweils Beschenkten teilhaben mögen, auf dass wir als Menschen die jeweils gewünschte Handlungsfähigkeit, Haltung oder Ähnliches in einer bestimmten Angelegenheit erlangen mögen. Die Opferbitten zu den Kultfesten werden im Allgemeinen privat, also von den anderen Blótleuten ungehört vorgetragen. Es gibt aber auch, die Gemeinschaft betreffende ‚öffentliche‘ Bitten, die in der Runde, für alle Anwesenden vernehmlich, vorgebracht werden. Die Teilnahme ist natürlich freiwillig.

Da wir in unserer Gruppe keineN KultleiterIn haben, verteilen sich die Aufgaben bei den Blóts (Kultfesten) möglichst gleichmäßig auf alle TeilnehmeInnen. JederR von uns kann, so gewünscht, ein Horn weihen, eine Anrufung sprechen oder andere kultische Handlungen vornehmen. Dies geschieht zumeist nach Absprachen, damit sich jedeR im Vorfeld auf die anstehenden Aufgaben vorbereiten kann. Hierbei gibt es zwar einen Leitfaden, wie die jeweilige kultische Handlung aussehen könnte, aber probieren geht ja bekanntlich über studieren. JedeR HeidIn kann sich also der Unterstützung der Anwesenden sicher sein, wenn er/sie z.B. eine kultische Handlung zum ersten Mal in der Gruppe durchführt.

Wenngleich wir uns mit unserer Verehrung an die vorchristlichen, also alten Götter und Wesenheiten richten, sehen wir uns dennoch nicht als Ausübende einer alten Religion oder gar Tradition. Es ist uns bewusst, dass wir in einer anderen Zeit leben, als unsere Ahnen und dass diese ebenfalls anders leben würden, wenn sie dies zu unserer Zeit tun würden.

Ein wesentlicher Punkt in der von uns ausgeübten Religion ist die Ahnenverehrung. Diese bezieht sich sowohl auf die Ahnen, von welchen wir Kenntnis haben, als auch auf diejenigen, von denen wir lediglich wissen, dass es sie gegeben haben muss. Da ja niemand von uns bis ins Kleinste genau wissen kann, mit wem er sich eine Ahnenreihe teilt, halten wir uns von jeglicher Art Ausgrenzung hinsichtlich imaginärer Gen-, Blut- oder Stammesheroisierungen fern. Dazu gehört für uns ebenfalls, dass wir, eben aus o.g. Grund, eine grundlegende Akzeptanz gegenüber Menschen anderer Religionen mitbringen. Schließlich sind die meisten unserer jüngeren Ahnen z.B. Christen gewesen. Deren Religion zu missachten käme einer Missachtung der Wege unserer Ahnen gleich.

Da ein weiterer grundlegender Aspekt unserer Religion der der Wiedergeburt ist, stärken wir also mit der Verehrung der Ahnen gleichzeitig die lebenden Nachfahren dieser. Ein wunderbarer Gedanke, wenn man sich vorstellt, z.B. den Bruder, die Mutter, das eigene Kind – und eben auch sich selbst – zu ehren und zu stärken, indem man ein Opfer an die Ahnen darbringt und deren Rat und Beistand erbittet.

So ist also der Gedanke an die Ahnenverehrung und die Wiedergeburt auch derjenige, der einen vorwärtsgewandten Blick impliziert, eine Ahnung vom Werden und Vergehen ermöglicht und eine ganzheitliche Komponente in unsere Handlungen und Anschauungen zu bringen vermag.

Und da sich der Mensch ja bekanntlich am Menschen freut, freuen wir uns auf die lange Nacht der Religionen, in der wir uns nach Herzenslust an den Wegen anderer Heiden erfreuen, uns austauschen und vielleicht das eine oder andere Interesse wecken können.

Bis dahin wünschen wir Euch und uns der Götter Segen auf all unsern Wegen!

 

Kleines Rätsellied über ein Kultfest. Text u. Musik: Hilde Brun ©. Die Figuren auf dem Bild hat Mathi Brenz aus Eibenholz geschnitzt. Danke dafür!

Die Pagan Federation International Deutschland e.V.

Heute stellen wir eine weitere Organisation vor, die sich an der Veranstaltung „Pagane Wege und Gemeinschaften“ anläßlich der Langen Nacht der Religionen beteiligt:

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Mehrere Mitglieder des Vereins werden vor Ort sein und sind teilweise auch an den anderen anwesenden Gruppen und Projekten beteiligt.

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Was ist die Pagan Federation International?

Heidentum oder Paganismus (von lat. paganus ‚heidnisch‘; lat. pagus ‚Ort‘) beschreibt als religionswissenschaftliche Kategorie, innerhalb christlich geprägter Kulturen, unterschiedliche Formen des Glaubens an mehrere Götter und der Naturreligionen.  (QUELLE: Wikipedia)

Um Missverständnisse auszuschließen: Die PFI distanziert sich ausdrücklich von jeglichem rassistischen Gedankengut.
Wir als Heiden ehren das Leben in all seinen Formen und Farben und befürworten und fördern die Völkerverständigung unter allen Nationen und Religionen weltweit.

Die Pagan Federation International Deutschland ist seit dem 30.06.2014 ein eingetragener Verein.

Die Geschichte beginnt mit der Pagan Federation in England. Sie wurde 1971 gegründet. Ziel war und ist, über das Heidentum zu informieren, Mißverständnisse auszuräumen und sich für die Rechte der Heiden einzusetzen – auch wir wollen unsere Religion frei und unzensiert ausüben können. Um dies zu erreichen organisiert die Pagan Federation Veranstaltungen für Mitglieder und auch öffentliche Events. Sie pflegt persönliche Kontakte mit Mitgliedern und der heidnischen Bewegung, gibt vierteljährlich ein Magazin, den Pagan Dawn, heraus und hält eine jährliche Konferenz in London (England) im November.

Die Pagan Federation International besteht außerhalb des Vereinigten Königreichs seit 2006 als eigenständige Organisation. Wie ihr Gegenstück in Großbritannien veranstaltet sie in vielen Ländern öffentliche Treffen über das Jahr verteilt.

Die PFI bevorzugt keine bestimmten Richtungen des Heidentums und nimmt auch nicht für sich in Anspruch, alle Heiden zu repräsentieren. Unsere Mitglieder kommen aus allen Zweigen des Heidentums, sind mindestens 18 Jahre alt und unterschreiben für die drei Grundprinzipien der Pagan Federation:

  • Liebe für und Verbundenheit mit der Natur. Verehrung der Kraft des Lebens und des sich immer erneuernden Zyklus von Leben und Tod
  • Eine positive Moral, in der jeder individuell verantwortlich ist, seine wahre Natur in Harmonie mit der äußeren Welt und Gesellschaft zu entdecken und zu entwickeln. Dies wird oft ausgedrückt als „Tu was du willst, solange es niemandem schadet“.
  • Anerkennung des Göttlichen über Geschlechter hinaus – sowohl des weiblichen wie auch männlichen Aspektes des Göttlichen.

Geschichte

Die Pagan Federation existiert ununterbrochen seit 1971 und veröffentlicht ihr Magazin „Pagan Dawn“ (früher „The Wiccan“) seit 1969. Die Auflage wuchs seither auf über 3000 Exemplare pro Quartal. Das macht die Pagan Federation zu einer der größten und ältesten Organisationen ihrer Art in Europa.

Der ursprüngliche Zweck waren Kampagnen gegen Ignoranz und negativen Einstellungen gegenüber dem Heidentum, die damals in England weit verbreitet waren und auch heute noch in verschiedenen Formen zu finden sind.

Um dieses Ziel zu erreichen musste ein Netzwerk Gleichsinnter geschaffen werden. Daher lag der zweite Hauptaugenmerk der PF darauf, Kontakte zwischen Heiden herzustellen, damit diese sich austauschen können. Dieses Netzwerk umfasst heute alleine in Großbritannien über 40 Regional-Koordinatoren und zahlreiche lokale Organisatoren, die mit ihrer Arbeit sowohl die Mitglieder als auch die heidnische Bewegung insgesamt unterstützen.

Bis heute sind dies die zwei Standbeine, die sich jedoch im Laufe der Zeit weiter entwickelt haben. Auch heutzutage kann es schwierig sein, sich als Heide „zu outen“, vor ein paar Jahrzehnten war es aber so gut wie unmöglich. Diese veränderte Wahrnehmung, zu der auch die Pagan Federation beigetragen hat, gibt uns heute die Möglichkeit, proaktiv und nicht mehr im Geheimen das Heidentum zu leben.
 
Funktion und Aktivitäten

Die Aktivitäten der Pagan Federation in Großbritannien umfassen beispielsweise die Unterstützung der heidnischen Bewegung sowie öffentliche Veranstaltungen. Viele weitere Regionen haben in der Zwischenzeit Konferenzen und die Meisten ihren eigenen Newsletter, um die Mitglieder über lokale Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten.
Es gibt eine Anzahl kleinerer Veranstaltungen wie Stammtische, Diskussionsgruppen, Workshops, Ausflüge und Besuche von alten, heiligen Stätten, damit die Mitglieder mehr über ihre Heidnische Vergangenheit lernen und Gleichgesinnte treffen können.

Die Aktionen aus den Anfängen gibt es weiterhin. Die PF betreibt eine Anti-Diffamierungs-Sektion, um das Heidentum gegen Mißbrauch und Fehlinterpretationen z. B. durch Medien zu schützen. Gleichzeitig bekämpft die Abteilung Diskriminierung von Heiden durch die Obrigkeit.
Als Quelle für die Medien hat es die Pagan Federation jedes Jahr mit hunderten von Anfragen von Radio, Fernsehen, Zeitungen und Magazinen zu tun, denen genaue und zuverlässige Informationen geliefert werden.

Durch die aktive Arbeit der Pagan Federation wird das Heidentum inzwischen als vollwertige Religion von „Religions in the UK“, dem Verzeichnis des interreligiösen Netzwerks in Großbritannien, geführt. Auch das britische Innenministerium hat das Heidentum als Religion anerkannt, deren Anhänger das Recht auf spirituelle unterstützung ebenso haben wie alle anderen Religionen.
Darüber hinaus gibt es Mitglieder der PF, die inhaftierte Heiden im Gefängnis besuchen und ein ähnlicher Service existiert für Heiden im Krankenhaus. Dies sind auch hilfreiche Beispiele beim Umgang mit Regierungsstellen.

Leider sind wir in vielen Teilen der Welt noch nicht so weit wie in Großbritannien. Dies zu ändern hat sich die Pagan Federation International mit ihren Sektionen in fast allen Ländern der Welt vorgenommen.
Auch wir in Deutschland arbeiten daran, eine breite Plattform für das Heidentum ganz allgemein zu schaffen. Egal ob Freifliegende/r, Druide, Barde, Schamane oder Wicca – alle sind uns willkommen. Wir wollen keine „Dachorganisation“ sein, sondern im Gegenteil – die Basis, ein breites, stabiles Fundament, das das Heidentum stützt.

Wir arbeiten darauf hin, dass eines Tages alle Heiden ihren Glauben offen leben können, ohne diskriminiert zu werden. Unser Ziel ist Toleranz, Respekt und Anerkennung für das Heidentum.

Website der Pagan Federation Deutschland e.V.

Die PFI e.V. bei facebook

Im September findet die PFI Konferenz in Witten statt – mit spannenden Themen. Meldet euch an solange es noch Plätze gibt!

PFI Konferenz Witten 26.09.2015

 

Der Text im englischen Original

Pagane Wege und Gemeinschaften: Reclaiming

Wie angekündigt wollen wir in den Wochen bis zu unserer gemeinsamen Veranstaltung auf der Langen Nacht der Religionen Berlin die beteiligten Gruppen, Personen und Projekte vorstellen.

Wir beginnen mit Reclaiming und dem Stammtisch „Heidenspass“.

Reclaiming

Reclaiming wurzelt als Hexenkult in der Religion und Magie der Göttin, die allem Leben immanent ist. Sie versinnbildlicht für uns die zyklische Wiederkehr von Geburt, Wachstum, Tod und Regeneration. Daher sehen wir alles Leben auf der Welt, Körper, Geist, die Natur, Sexualität in ihren verschiedensten Ausdrucksformen sowie die Elemente Luft, Feuer, Wasser und Erde, die alles Leben erhalten – als heilig an.

Unsere Aktivitäten im Dienste des Heiligen sind ein grundlegender Ausdruck unserer Spiritualität, allen Individuen ist gleichermaßen das Erleben des Göttlichen zugänglich, jede/r ist ihre/seine eigene spirituelle Autorität.

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Unsere Rituale, Arbeitsgruppen, Workshops und Camps sind so konzipiert, dass sie persönliche und allgemeine Stärken entwickeln und erweitern, uns zu unabhängigem Denken, erhöhter Intuition und Einsatz für die Welt befähigen, um unsere Ideale von Freiheit, Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit jetzt und in Zukunft verwirklichen zu können.

 

„Die Liebe zum Leben in jeder Gestalt ist die Grundethik des Hexenglaubens“ (Starhawk*)

Wir lehnen Dogmen und Hierarchien ab, es gibt keine festgelegte Liturgie, wir entwickeln unsere Rituale selber. Unser Zugang ist experimentell und umfasst Meditation, Atemarbeit, Bewegung, Trance, Trommeln, Singen, Tanzen, Trommeltrance, Visualisation, kreatives Gestalten, Weissagung uvm.

Weitere Informationen auf unserer Webseite: http://reclaiming.de/

 Heidenspaß

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Der öffentliche Stammtisch „Heidenspaß“ findet einmal im Monat (außer Dezember), jeweils am letzten Freitag im Vis-à-Vis, Meraner Str. 20b, U-Bahn Bayrischer Platz, ab 19.30 Uhr statt.

Hier treffen sich Magier/innen, Hexen, Heiden und solche, die es werden wollen, zu Gesprächen, Austausch von Informationen und humorvollen Auseinandersetzungen. Neue Vorhaben werden besprochen und zauberhafte Pläne geschmiedet, und aus dem Stammtischvölkchen erwachsen immer wieder Arbeitsgruppen, die sich mit Feuer-Wasser-Luft-und-Erde-Eifer auf kreativen, sinnlichen und kosmischen Flügeln mit neuem Wissen, künstlerischem Gestalten, Trancen und schamanischen Reisen – um nur ein paar Beispiele zu nennen – beschäftigen und damit ihre eigene Spiritualität lebendig halten.

Komm einfach vorbei, wenn dich etwas oben Genanntes anspricht und schreib gerne eine Mail an Faye@gmx.org , wenn du das erste Mal dabei sein willst und/oder noch Fragen hast.

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